Armut ist ungesund

04.August 2008

Was man in Drittweltländern sicher ohne weiteren Nachweis vermutet hätte, trifft leider auch auf die Situation in Deutschland zu. Wer hierzulande arm ist, muss gleichzeitig auch unter schlechteren Umweltbedingungen leben. Arm hier und arm in Afrika sind natürlich zwei Zustände ganz unterschiedlicher Art. Während man in den ärmsten Ländern der Welt als armer Mensch täglich ums Überleben kämpfen muss, der Zugang zu grundlegenden Dingen wie Nahrung und Wasser oder Wohnraum zu einem existenziellen Problem wird, ist die Lage für Menschen in unseren Breitengraden, die per Definition als arm gelten, zwar nicht ganz so dramatisch. Hunger ist ein wirkliches Ausnahmephänomen, auch wenn es auch in Deutschland immer mehr Menschen, besonders solche mit Kindern gibt, die sich dem Hunger nur durch die Entgegennahme von Almosen etwa bei den Tafeln entziehen können. Die so genannte Grundsicherung, auch als Harz IV  bekannt, genügt nur theoretisch, um das Leben angemessen zu bestreiten. Selbst wer nur einen Minikredit laufen hatte, als er in diese Bedürftigkeitsfalle geriet, ist mit den dreihundertneunundvierzig Euro im Monat pro erwachsenen Person schnell mit seinem Geld am Ende,  bevor es auch der Monat ist.Auch was Wohnraum angeht, ist die Auswahl dann nicht mehr besonders groß. Grundsätzlich ergab eine Untersuchung zu diesem Thema, dass Menschen, je weniger Geld sie zur Verfügung haben, in jeweils stärker umweltbelasteten Wohnsituationen zu Hause sind. Dazu gehören Hauptverkehrsstraßen und ähnliches, die eine hohe Belastung mit Abgasen und Lärm für die Anwohner zur Folge haben. Wer als Kind in einer solchen Umgebung auf wächst, hat schon von vorne herein schlechtere Karten, als der Nachwuchs finanziell besser gestellter Familien.

Dies setzt sich fort bei möglichen Freizeitbeschäftigungen, die mit wenig oder gar keinem Geld häufig zu Hause oder in wenig attraktiven Vierteln mit wenig Grünflächen stattfindet.

Entsprechend sind die Erkrankungen bei verschiedenen sozialen Schichten unterschiedlich ausgeprägt. Arme Menschen haben ein wesentlich höheres Risiko für Atemwegserkrankungen oder Herzprobleme. Die Lärmbelastung führt zu Beeinträchtigungen des Schlafes.

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