Die Zukunft wird dem Hausarzt gehören
20.Juli 2008
So plant es jedenfalls die Regierungskoalition. Nach ihrem Willen soll das so genannte Hausarztmodell bundesweit eingeführt und erweitert werden. Die Umsetzung soll bis Mitte nächsten Jahres erfolgen und parallel mit Inkrafttreten der nächsten Stufe der Gesundheitsreform einher gehen.Der Hausarzt soll zur zentralen Anlaufstelle im gesamten Gesundheitswesen aufgewertet werden. Auf diese Weise sollen unnötige doppelte Untersuchungskosten vermieden werden, aber ein ein Regulativ geschaffen werden, um die mehrfache Verschreibung von Medikamenten zu verhindern.
Die Regierung übt daher im Augenblick Druck auf die gesetzlichen Kassen aus, mit den Hausärzten entsprechende ?bereinkommen zu treffen. Neu an dieser Forderung ist die Nennung eine Zeitpunktes, bis zu dem das Vorhaben abgeschlossen sein soll. Eine Verpflichtung der Krankenkassen zum Abschluss solcher Kooperationsverträge mit den Hausärzten besteht zwar bereits, jedoch war bislang kein Endtermin festgelegt. Nach Ansicht der Verantwortlichen reicht die bisherige Zahl der Hausarztverträge nicht aus, um eine zentrale Versorgung für alle Versicherten zu garantieren.
Krankenkassenmitglieder, die am Hausarztmodell teilnehmen, verpflichten sich, bei einer Erkrankung oder sonst einem medizinischen Problem immer zuerst zu ihrem Hausarzt zu gehen. Erst er überweist je nach Befund an einen Facharzt. Kein Versicherter ist gezwungen, bei dieser Maßnahme mitzumachen. Allerdings sollen sich daraus auch für ihn Vorteile ergeben. So lernt der Hausarzt seine Patienten nebst ihrem Umfeld besser kennen und kann besser auf ihre individuellen Probleme eingehen. Auch soll die Kompetenz der Hausärzte dazu genutzt werden, Krankheiten schneller und preiswerter zu behandeln. Vieles kann nämlich auch der Allgemeinmediziner vor Ort erledigen, ohne das ein Facharzt bemüht werden muss.
Der Hausarzt erhält dafür mehr Geld, sofern er sich auch nachweisbar auf dem neuesten Erkenntnisstand hält. Ob dieses Projekt auf Dauer erfolgreich sein wird, steht noch nicht fest. Daher ist die Teilnahme auch zeitlich befristet. Bei weitem nicht alle sind von einer positiven Wirkung dieser zentralen Behandlung überzeugt. Es zweifeln nicht nur verschiedene Kassen an dem Erfolg, auch Patienten, die bereits daran teilnehmen, berichten teilweise, dass sie sich nicht besser aufgehoben fühlen als zuvor.
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