Elektronische Krankenkassenkarte scheinbar erwünscht
01.August 2008
Die elektronische Krankenkassenkarte soll künftig nicht nur als Nachweis einer Krankenversicherung dienen, wie es das bisherige Mitgliedskärtchen der gesetzlichen Kassen. Vielmehr soll sie in ihrer endgültigen Form, in der sie nach einer Testphase zur Verwendung kommen soll, nicht nur als komplette Krankenakte dienen, in der alle Befunde gespeichert werden, sondern sogar als Träger von Rezepten und Medikamentationshinweisen. Die Pläne zur Einführung sind zum Teil auf heftige Kritik von Datenschützern gestoßen, die vielfältige Gefahren dies Missbrauchs sehen, wenn eine derartige Vielfalt sensibler personenbezogener Daten auf einer solchen Karte zusammengefasst werden. Es stellt sich dabei nicht nur die Frage was bei Verlust der Karte geschehen könnte, wenn Unbefugte an die Daten kommen, sondern auch, wer berechtigt sein soll, sie zu lesen.
Um der Kritik zu begegnen, hat ein großer Krankenkassenverband einen Untersuchung in Auftrag gegeben, wie die Betroffenen Versicherten zu diesen Plänen stehen. Das Ergebnis fällt dabei überraschend eindeutig zugunsten der Karte aus. Noch mehr überrascht, das dreiviertel der Befragten nicht nur nichts gegen die Einführung der so genannten Basiskarte hat, die im wesentlichen die mit ihrer Funktion die bisherigen Ausweise ersetzt, sondern sie am liebsten sofort die Vollversion der eGK hätten.
In einer ersten Testphase wurde in ausgewählten Gebieten einen abgespeckte Version ausprobiert, um erste Praxiserfahrungen sammeln zu können. Scheinbar genügt dies den Versicherten jedoch nicht.
Allerdings hat ein fast ebenso hoher Anteil der Befragten auch Sicherheitsbedenken gegen die Vollversion. Wäre die Sicherheit garantiert, hätten die meisten nichts dagegen, wenn sich auf der Karte sensible persönliche Daten befänden. Die Kassen wollen nun noch mehr Aufklärungsarbeit für die eGK betreiben und herausstellen, wie sicher Daten dort vor fremdem Zugriff aufgehoben sind.
Erstaunlicherweise hat nicht die jüngere Generation die bisherige Diskussion intensiv verfolgt, sondern am bekanntesten ist dieses neuen Instrument den Versicherten zwischen vierzig und sechzig. Eine Speicherung von Notfalldaten begrüßen allerdings ebenfalls fast dreiviertel der Mitglieder, während es bei den anderen möglichen Funktionen keine klare Aussage gibt.
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