Griesgrame verkürzen sich ihr Leben
22.Juli 2008
Ein besonderes noch recht junges medizinisches Fachgebiet ist das der so genannten Sozialmedizin. Sie untersucht den Zusammenhang zwischen sozialen, seelischen und geistigen Einflüssen auf die körperliche Gesundheit und versucht so ein ganzheitliches Bild vom Menschen zu entwickeln, ähnlich wie es die fernöstliche Heilkunst schon seit Jahrtausenden tut.Dieser Zweig der Medizin hat Erkenntnisse darüber gewonnen, wie man nicht nur möglichst lange gesund bleibt, sondern auch sein Leben verlängert und dabei glücklich wird. Die Formel, die das Ergebnis auf den Punkt bringt, ist denkbar einfach: man benötigt eine positive Einstellung zum Leben.
Alt zu werden ist nicht unbedingt ein erfreulicher Vorgang, jedoch auch niemand darauf verzichten. Damit man auch diese Zeit geniessen kann, muss man schon beizeiten einen gesunden Optimismus entwickeln. Eine der wichtigsten Erkenntnisse der Sozialmediziner ist nämlich die, dass der seelischen Zustand einen ganz wesentlichen Einfluss auf die physische Befindlichkeit hat. So verlaufen nachweislich Heilungsprozesse schneller und besser, wenn der Patient eine lebensbejahende Einstellung mitbringt. Wer mit sich und seinem Schicksal hadert, benötigt deutlich länger zur Rekonvaleszenz. Diese Erkenntnis hat auch einen konkreten Bezug zu den Kosten unseres Gesundheitssystems und könnte bei konsequenter Umsetzung zu ihrer Senkung einen wichtigen Beitrag leisten. Gerade psychische Erkrankungen entwickeln sich in den letzten Jahre geradezu epidemisch. Viele Betroffene bekommen trotz Behandlung ihr Leben nie mehr richtig in den Griff und nicht wenige scheiden vorzeitig aus dem Erwerbsleben aus, und dies oft schon in recht jungen Jahren.
Mit den hohen Anforderungen des modernen Lebens, vor allen Dingen dem in allen Lebensbereichen steigende Erfolgsdruck sind immer mehr Menschen nicht mehr gewachsen. Als hilfreich, solche Probleme auch wieder zu überwinden, hat sich nach zahlreichen Untersuchungen ebenfalls eine positive Grundeinstellung erwiesen. Patienten, die den festen Willen mitbringen, wieder in ein normales Leben zurück zu kehren, haben deutlich bessere Heilungschancen als solche, die sich mit der Situation abfinden und keine Perspektive mehr für sich erkennen. So muss man nicht jede gesundheitliche Beeinträchtigung als Hindernis interpretieren, nicht mehr am Leben teilnehmen zu können. Bei perfekter Gesundheit ist ohnehin niemand, dieser Zustand ist noch nicht einmal abschließend definiert. So hilft es, eine Beeinträchtigung auch verbal nicht als Krankheit zu bezeichnen, sondern als eine individuelle Art der Gesundheit anzusehen und auch so zu benennen.
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