Was genau ist eigentlich eine private Krankenversicherung?
16.Juli 2008
In Deutschland existieren zwei grundsätzliche Modelle einer Krankenversicherung. Auf der einen Seite stehen die gesetzlichen Krankenkassen, auf der anderen die privaten Krankenversicherungen. Eine PKV ist also erst einmal nichts weiter als ein privates Unternehmen, dessen Geschäftsfeld Versicherungen gegen Krankheitsrisiken sind. Das funktioniert prinzipiell wie bei jeder anderen Versicherung auch: man zahlt einen Monatsbeitrag und die Versicherung zahlt, wenn Kosten zum Erhalt oder der Wiederherstellung der Gesundheit anfallen.Die gesetzlichen Krankenversicherungen sind feste Bestandteile der deutschen Sozialgesetzgebung und werden jeweils von einer Krankenkasse getragen. Die PKV dagegen ist eine so genannte Körperschaft des öffentlichen Rechts, die von privater Hand geführt werden. Sie unterstehen wie alle anderen Versicherungsunternehmen der Aufsicht des Bundes, der dafür eine eigene Behörde geschaffen hat.
Aus diesem wichtiges Unterscheidungsmerkmal der Rechtsnatur der jeweiligen Versicherung, ergeben sich auch die bedeutendsten Folgen. Während die gesetzlichen Krankenkassen einen gesetzlich vorgesehenen Auftrag verfolgen, nämlich für die Gesamtheit der Bürger einen möglichst umfassenden Krankenversicherungsschutz zu gewährleisten, sind die PKVs als private Unternehmen der Erwirtschaftung von Renditen verpflichtet. Entsprechend wählen sie auch ihre Kunden aus. Während die GKV jeden aufnehmen muss, der dies entweder will oder laut Gesetz muss, existieren bei der PKV Zugangsvoraussetzungen, die von Unternehmen zu Unternehmen unterschiedlich ausgeprägt sein können. Auf jeden Fall bevorzugt die PKV nach Möglichkeit zahlungskräftige Kunden, die ein möglichst geringes Versicherungsrisiko darstellen sollten, also mit geringer Wahrscheinlichkeit Krankheiten bekommen werden, die kostenintensiv zu behandeln sind. Um dies einschätzen zu können, steht bei den Privaten zum Beispiel vor dem Vertragsabschluss eine obligatorische Gesundheitsprüfung an. Je nach Risikoeinstufung, wobei natürlich auch das Alter eine Rolle spielt, fällt der monatliche Beitrag aus. Da die PKV in der Vertragsgestaltung frei ist, kann sie auch Leistungen anbieten, die den Krankenkassen nicht möglich sind. Diese sind zur Gleichbehandlung der Versicherten verpflichtet. Dafür fällt bei ihnen auch der Zwang weg, Renditen zu erwirtschaften. Sie müssen lediglich dafür Sorgen tragen, dass die laufenden Einnahmen durch die Beiträge die Ausgaben jeweils decken.
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